das Tal der Dornen
das Tal der Dornen
in das mensch blindlings hinein gerannt ist,
zersticht einen erst, wenn er tief genug darin ist.
Sich zu wehren, heißt die Wunden zu vergrößern,
den Schmerz in die Ohnmacht zu treiben.
Nichts zu tun, heißt regungslos darnieder zu liegen,
seinen Wundschmerz stets im Vordergrund stehend.
jedes regen, jedes treiben lassen
ein Labyrinth der Veranschaulichung der quälenden Sinnlosigkeit
tiefe Wunden durch die Dornen des Seins
stechend der Schmerz über alles hinweg
weniger schmerzliche Eingriffe
leichter zu verstehen und zu heilen
Blicke aus der verrengten Körperhaltung
in öde Landschaft aus Dornengestrüpp
keine Veränderung der realen Kulisse
die Frage nach der Erlösung von den Qualen
verhallend in der Tiefe des Ichs
vielleicht ist das wirkliches Trauma
die Entspannung liegt im wachen Zustand
kompliziert durch das eigene Wirken und Denken
die Hoffnung auf Erhellen liegt im Warten und Überdenken
die Sonne in der Landschaft der Seele aufgeht
nach endlosen Zeiten in harrender Haltung
die Dornensträucher läßt sich lösen auf
da liegt nun im Tal der Einöde
ein zerbrochener Körper in einer Lache aus Blut
das Blut fließt nicht aus äußeren Verwundungen,
sondern rinnt aus der verendenden Seele heraus,
die doch noch den ruhigen Sternenhimmel
als schimmernde Medizin in weiter Ferne erblickt hat.
Doch Dornensträucher wachsen schneller
Als das vitale Wasser der Freudenstimmen fließen kann.
07.05.98
es ist zwar kein leichtes Los
mit diesem Körper zu dieser Zeit
an diesem Ort zu sein
wahrlich ist es zeitweise sehr schwer
doch ist es ein stets gutes und faszinierendes Abenteuer
in dem Du Dich bewegst
die Bahnen, die Du dabei einschlägst
beeinflussen Deine Art und das Spiel
Dein Abenteuer in dem Spiel
22.12.98